Besetzung des Wohnheims im Fridtjof-Nansen-Weg wird fortgesetzt

Pressemitteilung vom 30. April 2018

Am Montagmorgen hat die Initiative „Our House Nansen 1“ das leerstehende Wohngebäude, das bis vor ein paar Monaten vom Goethe-Institut genutzt wurde, besetzt. Nach ersten Verhandlungen mit der Stadt Göttingen haben die Aktivist*innen beschlossen, die Besetzung fortzusetzen. Sie fordern die Stadt weiterhin auf, den Verkauf des Gebäudes unverzüglich zu stoppen und dort selbst günstigen Wohnraum für Geflüchtete und andere Wohnungssuchende zu schaffen.

OB Köhler, der das besetzte Haus am Nachmittag besuchte, zeigte sich über die menschenunwürdigen Bedingungen in der Notunterkunft Siekhöhe uninformiert. Die Stadt ist bisher nicht bereit von ihren Vorhaben, die Siekhöhe weiter zu betreiben und das ehemalige Goethe-Institut zu verkaufen, Abstand zu nehmen. Es wurde deutlich, dass OB Köhler angemessener Wohnraum für Geflüchtete zu teuer ist.

Die Aktion der Aktivist*innen erfuhr bereits vielfältige Unterstützung aus Nachbarschaft und Öffentlichkeit.

Die Initiative freut sich über weitere Unterstützung.

Hintergrund

Das leerstehende Wohnheim, das bisher vom Goethe-Institut genutzt wurde, ist Eigentum der Stadt Göttingen. Set Mai 2017 bereitet die Stadt den Verkauf des Gebäudekomplexes vor. Es handelt sich um einen von zahlreichen Fällen, in denen die Stadt mit ihrer verfehlten, auf Privatisierung und Investor*innen setzenden Wohnungspolitik verhindert, dass bezahlbarer Wohnraum für Geflüchtete und andere Wohnungssuchende geschaffen wird. Eine auch auf die Zukunft gerichtete Deckung des Bedarfs an günstigen Wohnungen lässt sich nur durch den Erhalt und die Ausweitung des in öffentlicher Hand befindlichen Wohnungsbestands sicherstellen.

Würde die Stadt ihre Verkaufspläne aufgeben, hätte sie hier sofort die Gelegenheit, Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen. Die Stadt könnte sofort erste Schritte zur Schließung der Notunterkunft Siekhöhe einleiten, deren Fortbestehen von Seiten der Verwaltung immer wieder damit begründet wird, es gäbe weder eine alternative Unterkunft noch verfügbare Wohnungen.

Wir fordern:

  • Die Stadt Göttingen muss den Verkauf des bisher vom Goethe-Institut genutzten Gebäudekomplexes unverzüglich stoppen.
  • In dem bisherigen Goethe-Institut muss Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Dieser ist zuerst jenen Geflüchteten anzubieten, die derzeit noch in der Notunterkunft Siekhöhe untergebracht sind. Aber auch weitere unter prekären Bedingungen lebende Menschen sollen hier eigenen Wohnraum finden können.
  • In dem Wohngebäude in der Fridtjof-Nansen-Straße soll kein neues Lager eingerichtet werden. Vielmehr müssen die einziehenden Geflüchteten eigene Mietverträge erhalten und mindestens ein eigenes Zimmer bewohnen. Die Stadt muss ggf. notwendige Renovierungsarbeiten übernehmen, um einen ortsüblichen Wohnstandard zu gewährleisten.

Pressekontakt

Initiative Our House Nansen 1
Telefon: 0175 7650 410
Mail: nanseneins@riseup.net
Blog: http://nanseneins.noblogs.org
Und auf Facebook hier.

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