„Sozialer Wohnraum statt Lagerunterbringung – Siekhöhe schließen“: Göttinger Besetzer*innen kündigen für Samstag Demonstration an

Pressemitteilung vom 10. Mai 2018

Die Aktivist*innen von Our House Nansen 1, die in der letzten Woche ein leerstehendes Wohnhaus in Göttingen besetzt hatten, rufen für diesen Samstag, 12. Mai, zur Demonstration gegen die Wohnungs- und Geflüchtetenpolitik der Stadt Göttingen auf. Die Demonstration unter dem Motto „Sozialer Wohnraum statt Lagerunterbringung – Siekhöhe schließen“ beginnt um 13 Uhr auf dem Zentralcampus der Universität und wird von dort in die Innenstadt ziehen.

Mit der Demonstation zeigt die Initiative Our House Nansen 1, dass sie sich weiterhin in die Göttinger Wohnungs- und Geflüchtetenpolitik einmischen wird. Daran ändert auch die polizeiliche Räumung des leerstehenden Wohnheims des Goethe-Instituts am vergangenen Montag nichts.

Die Initiative Our House Nansen 1 macht vor der Sitzung des Soziala uschusses am 15. Mai, in der über die Zukunft der Notunterkunft Siekhöhe entschieden werden soll, noch einmal deutlich, dass eine solche Form der Unterbringung mit der Menschenwürde unvereinbar ist. Alle in Göttingen lebenden Menschenhaben das Recht auf ein angemessenes und selbstbestimmtes Wohnen in einem schützenden Umfeld.

Our House Nansen 1 ruft alle Menschen in Göttingen und darüber hinaus auf, sich der Demonstration anzuschließen und den gemeinsamen Forderungen Nachdruck zu verleihen:

  • Die Notunterkunft Siekhöhe muss unverzüglich geschlossen werden. Eine nochmalige Verlängerungen der Betriebsdauer darf es nicht geben.
  • Die Stadt Göttingen muss den Verkauf des bisher vom Goethe-Institut genutzten Gebäudekomplexes und weiterer als Wohnraum geeigneter Immobilien stoppen und dort bezahlbaren Wohnraum für Geflüchtete und weitere Wohnungssuchende schaffen.
  • Wo Wohnraum geschaffen wird, müssen die Einziehenden eigene Mietverträge erhalten und mindestens ein eigenes Zimmer bewohnen. Die Stadt muss durch entsprechende Sanierungsarbeiten einen ortsüblichen Wohnstandard gewährleisten.
  • Die Strafanträge gegen die Aktivist*innen, die an der Besetzung des leerstehenden Wohnheims teilgenommen haben, müssen zurückgenommen werden.

Hintergrund

Die Initiative hatte ab dem 30. April 2018 für eine Woche ein leerstehendes Wohnheim besetzt, das sich im Besitz der Stadt befindet und von dieser an einen privaten Investor verkauft werden soll. Die Aktivist*innen fordern, dass das Gebäude in öffentlichem Eigentum verbleibt und dort sozialer Wohnraum geschaffen wird. Die Besetzung fand vor dem Hintergrund des akuten Mangels an bezahlbarem Wohnraum in der Universitätsstadt sowie insbesondere der menschenunwürdigen Unterbringung von Geflüchteten statt. Seit Jahren zwingt die Stadt Geflüchtete dazu, in einer ehemaligen Lagerhalle auf der Siekhöhe zu leben. Diese Unterbringungsform auf Turnhallen-Niveau wird von der Stadtverwaltung vornehmlich mit einem angeblichen Mangel an Alternativen begründet. Die Initiative „Our House Nansen 1“ verdeutlicht mit ihren Aktionen, dass diese vermeintliche Alternativlosigkeit primär der desaströsen Wohnungspolitik der Stadt entspringt und andere Möglichkeiten bislang vor allem am fehlenden politischen Willen der Verantwortlichen scheitern.

Pressekontakt

Initiative Our House Nansen 1
Telefon: 0175 7650 410
Mail: nanseneins@riseup.net
Blog: http://nanseneins.noblogs.org

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